Die Sache mit den Bienchen und Blümchen…

Der heutige Artikel ist weder von Robert noch von mir, sondern von unserer lieben Kollegin Britta Robels geschrieben worden. Vielen Dank dafür! Hier erfahrt Ihr, warum Imker zu Recht sagen: „Stirbt die Biene, stirbt auch der Mensch!“

Honigbiene
© Olaf Radcke / Fotolia

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dass die Bienen sterben und dass dies auch schlecht für uns und die Umwelt ist, hat inzwischen wohl jeder schon mitbekommen. Was das aber genau bedeutet, ist vielen vermutlich nicht klar (So ging es mir zumindest). Denn es geht um mehr als den Verlust des morgendlichen Honigbrots oder den Abschied vom Honig-Senf-Dressing. Darum möchte ich hier darüber informieren, was das Bienensterben für Ursachen hat, was die Auswirkungen sind und Tipps geben, wie jeder einzelne etwas daran ändern kann.

Die Gefahr

Das Sterben der Bienenvölker ist kein deutschlandweites, keine europaweites, sondern ein weltweites Problem. In den letzten fünfzig Jahren ist rund die Hälfte aller Bienenvölker ausgestorben.

Neben der Produktion von Honig sind Bienen vor allem für die Bestäubung von Pflanzen zuständig. Kein anderes Tier kann diese ökologisch wertvolle Aufgabe übernehmen. Nahezu jede Pflanze ist darauf angewiesen. Mehr als die Hälfte unserer Lebensmittelversorgung wäre ohne Bienen in Gefahr – dazu gehören auch der Großteil der im Supermarkt anzutreffenden Obst- und Gemüsesorten. Aber nicht nur Blumenarten und Nutzpflanzen würden aussterben. Ohne Bienen kann es zu Einbrüchen von ganzen Ökosystemen kommen. Ein bekannter Imkerspruch lautet: Stirbt die Biene, stirbt auch der Mensch. Dramatisch formuliert, aber nicht unwahrscheinlich.

Ganz nebenbei haben wir den Bienen auch die duftenden, bunten Blumenwiesen zu verdanken. Die Pflanzen versuchen sich gegenseitig in Geruch und Blütenpracht zu übertrumpfen, um die fleißigen Bienchen anzuziehen und sich auf diesem Weg zu verbreiten.

Warum sterben Bienen aus?

Es gibt drei Ursachen, die für das Bienensterben verantwortlich sind. Allen voran sind Pestizide, die in der Agrarwirtschaft eingesetzt werden, für Bienen hochgefährlich. Dazu gehört insbesondere die Gruppe der Neonicotinoiden. Dies sind umstrittene Pestizide, die häufig in Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden – sowohl in der Landwirtschaft als auch bei Zierblumen aus dem Baumarkt – und als Bienen-Killer bekannt sind.

Die zweite Ursache sind Pilze und Parasiten, die unter den Bienenvölkern toben und diese bedrohen. Vor allem der globale Austausch und Handel mit Bienenvölkern hat dazu beigetragen, dass sie sich immer weiter verbreiten. Am gefürchtetsten ist die Varoamilbe. In den 70ern wurde eine Bienenart aus dem asiatischen Raum für Forschungszwecke nach Deutschland gebracht – und mit ihr die Varoamilbe, die sich von da an munter verbreitete. Häufig ist der ganze Stock, insbesondere die Brut der Bienen betroffen. Die Milbe ernährt sich vom Blut der Bienen, durch die Bissstellen dringen Krankheitserreger ein, sodass der Befall häufig tödlich endet.

Die dritte Ursache ist der Anbau von Monokulturen. Für die Biogasanlagen bauen viele Landwirte Raps oder Mais im großen Stil an. Diese Art Ackerbau bedeutet für die Biene einerseits nur eine kurze Zeitspanne für die Nahrungssuche und andererseits Mangelernährung. Angesichts der kilometerweiten Blütenpracht legt die Königin viele Eier – denn ausreichend Nahrung ist vermeintlich sicher. Ist das Feld aber abgeerntet, kann die Brut nicht ausreichend versorgt werden. Dazu kommt die Einseitigkeit der Ernährung. Diese gefährdet die Nachkommenschaft und das Überleben der Biene. Die Brut kann sich durch fehlende Nährstoffe nicht gesund entwickeln und auch ausgewachsene Bienen leiden darunter. Insbesondere während der Herbst- und Wintermonate sind die Tiere sehr geschwächt und das Überleben gefährdet.

Was kann ich tun? 5 Tipps gegen das Artensterben

  1. Kauft Euren Honig beim örtlichen Imker. So unterstützt Ihr seine Arbeit und sorgt dafür, dass er seine Bienenvölker behalten kann, die wiederum die Blumen bestäuben. Und gesünder ist es für Euch auch!
  2. Pflanzt auf jedes noch so kleine Stückchen Erde einheimische Blühpflanzen, möglichst die Ursprungsform. Denn wie bereits erwähnt, hat Greenpeace herausgefunden, dass ein Großteil der zum Kauf angebotenen Zierpflanzen mit Pestiziden verseucht ist. Diesen Giftcocktail solltet Ihr den Bienen nicht anbieten!
  3. Bastelt kleine Insektenhotels, das geht auch noch auf Balkonen bis 8 Meter Höhe! Dazu eignen sich natürliche Materialien wie Ton, Schilf, Rinde oder Holz. Vor allem in kalten Nächten, aber auch in den Sommermonaten bieten sie Bienen Schutz.
  4. Die Hobbyimkerei. Wird immer beliebter und ist erfolgreich, auch in der Stadt. Deine Freunde und Familie werden sich über den leckeren Honig freuen.
  5. Beim Gärtnern auf bienenfreundlichen, alternativen Pflanzenschutz zurückgreifen. Die Pflanzenauswahl in den Beeten sollte sortenreich und vielfältig sein. Achtet auch darauf, dass vom Frühling bis in den Herbst blühende Pflanzen dabei sind. Damit tut ihr was fürs Auge und die Bienen.

 

Quellen:

http://www.presseportal.de/pm/6348/3067680

http://www.presseportal.de/pm/7666/2897498

http://www.presseportal.de/pm/6343/2719797

 

Über Elke Liermann 11 Artikel
Ich bin Volkskundlerin und Fachredakteurin mit einer ausgeprägten Liebe zu gutem Essen. Das bedeutet für mich: ohne Tierleid, ohne Gentechnik und ohne Ausbeutung. Außerdem ist mir wichtig, möglichst nachhaltig zu leben und Verantwortung für unsere Welt zu übernehmen - auch im Kleinen.