Im Zeichen des Umweltschutzes: Heimische Hölzer und ihre Vorzüge im Vergleich zu Tropenholz

Ob für Bodenbeläge, Türen, Gartenmöbel oder Zäune – Tropenholz zählt mittlerweile leider zu einer beliebten Alternative am Holzmarkt. Was viele dabei unterschätzen – durch den Kauf von Tropenholz unterstützt man aktiv die Abholzung der tropischen Regenwälder und gefährdet damit zeitgleich Natur, Tiere oder auch indigene Völker. Um das zu umgehen, bleibt eigentlich nur eine Alternative: Auf tropische Hölzer zu verzichten und heimischen Holzarten den Vorzug zu geben.

Tropenhölzer – Holzmaterial mit denkbar schlechter Umweltbilanz

Holz, das aus tropischen Regenwäldern gewonnen wurde, gilt mittlerweile als beliebter Rohstoff innerhalb der Holzindustrie. Das Material lässt sich kostengünstig gewinnen und genießt aufgrund seiner Haltbarkeit und Witterungsbeständigkeit einen guten Ruf unter den Verbrauchern.

Dabei verdrängt man gerne, unter welchen Bedingungen das Material in den Regionen gewonnen wurde. Einzelne Gebiete in den subtropischen Wäldern werden nämlich vollständig abgeholzt, ohne anschließend für eine erneute Aufforstung zu sorgen.

Die Konsequenzen sind verheerend. Komplette Waldgebiete werden zerstört, Tiere aus ihrem Lebensraum verdrängt und seltene Pflanzen von Bulldozern und weiteren schweren Arbeitsgeräten zerstört. Sogar im Regenwald lebende, indigene Völker werden durch die Gewinnung der Tropenhölzer benachteiligt, da gültige Landrechte bei der Holzgewinnung oft missachtet werden.

Hinzu kommen niedrige Löhne und schlechte Bedingungen für die Arbeiter vor Ort im süd- und mittelamerikanischen Raum, was für billige Holzpreise sorgt sowie für lange Transportwege, die eine weitere Belastung für die Umwelt darstellen.

Somit erklärt sich letztendlich auch, warum der Regenwaldbestand jährlich um bis zu 13 Millionen Hektar reduziert wird, was einhergeht mit der Zerstörung eines wertvollen und einzigartigen Ökosystems.

Nachhaltiger Holzgewinn im Regenwald?

Aufgrund der steigenden Beliebtheit von tropischen Hölzern, versucht die Holzindustrie Verbraucher durch das Versprechen einer „nachhaltigen“ Bewirtschaftung der tropischen Regenwälder zu beruhigen. Hier ist dann die Rede von einem Holzeinschlag, der Natur und Tierwelt nicht weiter in Mitleidenschaft zieht, da nur einzelne Bäume in unterschiedlichen Gebieten abgeholzt werden.

Dabei handelt es sich jedoch leider nur um ein leeres Versprechen. Denn, den Regenwald nur gezielt und nachhaltig für die Holzgewinnung zu nutzen, ist schier unmöglich. Ganze Waldgebiete müssen für den Rodungsprozess erschlossen werden. Das geht einher mit dem Anlegen von Holzsammellagern und dem Bau von Straßen und Brücken für die schweren Arbeitsmaschinen, die zur Abholzung benötigt werden.

Beim Erschließen der einzelnen Gebiete wird so nicht nur die Vegetation zerstört. Außerdem wird der Urwaldboden beansprucht und Tiere werden aus ihrem gewohnten Lebensraum vertrieben oder kommen gar bei der Holzbeschaffung ums Leben. Mitunter dringen die Arbeiten sogar so tief in das Regenwaldgebiet vor, dass selbst das besiedelte Land der dort noch ansässigen indigenen Völker gefährdet wird.

Der nachhaltige Holzgewinn bleibt somit ohne Ausnahme ein Wunschdenken der Industrie, um kritische Stimmen zum Verstummen zu bringen und das Gewissen der Verbraucher zu beruhigen.

Hiesige Hölzer sprechen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Ganz anders verhält es sich hingegen, wenn sich Verbraucher bewusst gegen die billig produzierten Tropenhölzer aussprechen und sich dafür für hochwertige Holzarten direkt aus der Region entscheiden.

Heimische Hölzer bestechen zum Beispiel durch Zertifikate wie das FSC Siegel oder auch das PEFC Siegel, die als Garantie dafür gelten, dass das Holz unter ökologischen Bedingungen gewonnen wurde. Das geht einher mit einer Aufforstung der Waldgebiete sowie mit einer Gewinnung von Ressourcen, die im Einklang mit Natur und Umwelt steht. Wälder werden also aktiv geschützt. Unabhängig davon, ob der Baumbestand durch den Holzeinschlag reduziert wird oder nicht.

Weiterhin ergeben sich aus dem Kauf noch weitere Vorteile, wenn man sich bewusst gegen tropische Holzarten entscheidet:

  • Keine Unterstützung sozialer Missstände in den Produktionsländern
  • Natur und Tierwelt werden aktiv geschützt
  • Verzicht auf lange, umweltbelastende Transportwege
  • Zerstörung wichtiger und artenreicher Ökosysteme wird unterbunden
  • Keine Verdrängung indigener Völker
  • Heimische Hölzer warten mit identischer Qualität und Robustheit auf

Attraktive Alternativen zu tropischen Holzarten

Tropenholz mag sich durch seine Robustheit auszeichnen, hiesige bekannte Hölzer stehen dieser Eigenschaft allerdings in nichts nach. Somit erfüllen auch Holzarten wie Fichte, Ahorn, Eiche, Buche oder Ulme einen wichtigen und nützlichen Zweck bei der Herstellung von Möbeln oder der Verwendung von Holz in anderen Bereichen.

Insbesondere Eiche gilt als das mit Abstand beliebteste heimische Holz. Schaut man dabei einmal genau auf die Eigenschaften des Materials, wird schnell klar, dass der Holz-Klassiker sogar mit den vermeintlich so vorteilhaften Tropenhölzern spielerisch mithalten kann.

Denn auch die Eiche ist äußerst resistent und witterungsbeständig und eignet sich daher sogar zum Einsatz im Erdreich oder unter Wasser. Aufgrund der Stabilität und Haltbarkeit wird das Eichenholz auch gerne für Arbeiten im Außenbereich verwendet. Zum Beispiel für Zäune, Gartenmöbel oder für Außenverkleidungen am Haus. Hier können weder Regen, Frost noch starke Sonneneinstrahlung dem Holz etwas anhaben.

Das gilt ebenso für Eichenmöbel. Hochwertige Möbelstücke aus Eichenholz wie Tische, Betten, Kommoden oder Stühle gelten als optisch ansprechend, stabil und lassen sich zudem unkompliziert mit Lasuren oder Holzpflegemittel behandeln, um ihre Qualität über viele Jahre zu erhalten.

Eigentlich gibt es keine wirklich plausiblen Gründe, warum man nicht auf Tropenholz verzichten kann. Qualitativ lässt sich das Holz leicht durch viele regionale Holzarten ersetzen, die unter optimalen Bedingungen gewonnen wurden und mit identischen Eigenschaften aufwarten. Der Verzicht auf tropische Holzarten geht somit einher mit aktiven Umweltschutz und man setzt zeitgleich ein wichtiges soziales Statement gegen niedrige Löhne und miserable Arbeitsbedingungen, die bei der Holzgewinnung in den jeweiligen Ländern mittlerweile zum Standard zählen.

Über Hannes Bodlaj 1 Artikel
Hannes Bodlaj ist Geschäftsführer vom Onlineshop für Eichenmöbel LaModula aus Villach in Österreich. Traumhaft schlafen, natürlich wohnen - so lautet der Unternehmensleitsatz des prämierten Onlineshops. Hannes Bodlaj’s Aufgabengebiete umfassen in erster Linie die strategische Positionierung und die finanzwirtschaftlichen Agenden des Unternehmens.