Nachhaltige Mode: schöner shoppen

Shirts für 2,99 Euro können weder hochwertig hergestellt noch fair gehandelt sein. Das wissen wir alle. Trotzdem kaufen wir solche Shirts immer wieder, denn sie sind ja so schön günstig und wenn man mal schnell noch ein T-Shirt für den Urlaub braucht …. Auch wenn wir immer wieder von den katastrophalen Bedingungen in den Nähfabriken in Bangladesh hören und das auch eigentlich auch nicht gut heißen. Wenn man dann im Laden steht, ist das schnell vergessen. Stattdessen freut man sich, wenn man hier und da ein Stück noch günstiger bekommen hat.

Trotzdem sollten wir in nachhaltige Mode investieren, auch wenn es nur um ein Shirt geht. Nicht nur, weil wir damit ethisch korrekter handeln, sonder auch weil wir uns selbst schaden wenn wir Billig-Mode kaufen.

Warum keine konventionelle Baumwolle?

Ein billiges T-Shirt ist, wenn es im Laden hängt, ein wahrer Gift-Cocktail. Rückstände von Chemikalien können knapp ein Drittel seines Gewichts ausmachen. Die Baumwolle, aus der das Shirt hergestellt wurde, ist stark mit Pestiziden versetzt und das ist erst der Anfang. Im Lauf der Produktion wird das Shirt veredelt und behandelt, damit es fusselfrei oder schmutzabweisend wird. Auch die Farben, die für herkömmliche Textilien oder Drucke benutzt werden, sind oft giftig. Je dunkler, desto ungesünder.

Aber nicht nur diejenigen, die den Stoff später auf der Haut tragen leiden darunter, sondern auch diejenigen, die Baumwolle anbauen und Stoffe färben müssen. Die WHO berichtet, dass jährlich etwa 28.000 Menschen an den Folgen der Pestizidbelastung im konventionellen Baumwollanbau sterben.

Das Wasser wird knapp

Hinzu kommt, dass der konventionelle Anbau von Baumwolle unglaubliche Mengen von Wasser verschlingt. Für ein Kilo Baumwollfasern werden 25.000 Liter Wasser verbraucht. Baumwollplantagen schlucken jährlich rund 300 Billionen Liter Wasser, das ist das Vierfache des Grundbedarfs der gesamten Menschheit. Die Folgen sind Wasserknappheit, Erosion, Versteppung und Versalzung der Böden. So ist zum Beispiel der Aralsee seit 1960 auf einen Bruchteil seiner Größe geschrumpft. Er versickert regelrecht auf den riesigen Baumwollplantagen der Umgebung. Das Färben der Stoffe mit giftigen Chemikalien belastet das Grundwasser zusätzlich. In der Umgebung des Aralsees kommen außerdem vermehrt Atemwegs- und Krebserkrankungen vor, die mit den auf den Feldern versprühten Pestiziden in Zusammenhang gebracht werden.

Eine echte Alternative ist Mode aus Bio-Baumwolle.

Nachhaltige Mode
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Nachhaltige Mode: Fair und stylish

Mit dem Kauf nachhaltiger Mode unterstützt man nicht nur die Umwelt und die Gesundheit derjenigen, die für uns die Baumwolle anbauen, sondern erspart sich selbst auch eine Menge Gifte, die über die Haut aufgenommen werden.

Bio-Baumwolle wird ohne den Einsatz von Pestiziden und Entlaubungsmitteln angebaut. Die aus Bio-Baumwolle hergestellte Kleidung ist völlig frei von Chemikalien und Giften. Keine Pestizide beim Anbau, keine Gifte im fertigen Kleidungsstück. Auch Umwelt und Mensch profitieren von Bio-Baumwolle: Gentechnisch verändertes Saatgut darf beim biologischen Anbau nicht verwendet werden und das Einhalten der Fruchtfolge garantiert die Fruchtbarkeit des Bodens, sodass ganz auf synthetischen Dünger verzichtet werden kann. Stattdessen kommt Dung zum Einsatz. Biologisch bewirtschafteter Boden speichert mehr Wasser, sodass deutlich weniger verbraucht wird als für herkömmliche Baumwolle.

Da jeder Deutsche durchschnittlich 11 bis 15 Kilo Kleidung pro Jahr kauft, lohnt sich das Umsteigen auf Öko-Kleidung auf jeden Fall. Mittlerweile haben auch Ketten wie H&M oder C&A ein kleines Sortiment an Kleidung aus Bio-Baumwolle in ihr Angebot aufgenommen.

Wer es stylisher mag, kauft zum Beispiel bei Armed Angels, Glore oder im Avocado Store.

Eine ausführliche Zusammenstellung von Shops mit nachhaltiger Mode findet Ihr hier bei Utopia oder bei Brigitte unter dem Stichwort Labels für Bio-Mode.

 

Über Elke Liermann 11 Artikel
Ich bin Volkskundlerin und Fachredakteurin mit einer ausgeprägten Liebe zu gutem Essen. Das bedeutet für mich: ohne Tierleid, ohne Gentechnik und ohne Ausbeutung. Außerdem ist mir wichtig, möglichst nachhaltig zu leben und Verantwortung für unsere Welt zu übernehmen - auch im Kleinen.