Tragen Sie auch eine Daunenjacke? Tun Sie’s lieber nicht …

Daunenjacke
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Auch dieses Jahr sieht man sie in allen Geschäften: Daunenjacken in allen Formen und Farben. Kurz, lang, mit Gürtel, günstig und teuer. Im Winter ist es frostig und kalt – klar, dass man sich da warm einmummeln möchte. Gerade wir Frauen neigen ja zum Frieren und ein Faible für Mode haben wir meistens auch. Also her mit der schönen, warmen Daunenjacke! Während ich so durch die Geschäfte streife und nach einem passenden Modell für mich Ausschau halte, überlege ich plötzlich: wo kommen die Daunen eigentlich alle her? Von Federvieh, so viel ist klar. Von Gänsen genauer gesagt. Geben die ihre Daunen denn freiwillig ab? Vielleicht wenn sie in der Mauser sind, so wie Ommas Wellensittiche? Da kommt ganz schön was zusammen. Klingt irgendwie naiv… Bevor ich das nicht sicher weiß, kaufe ich erst mal keine Daunenjacke und beschließe, mich zuerst über die genauen Umstände zu informieren.

Wo kommen die Daunen her?

Daunen werden vor allem aus China, Polen, Ungarn und Frankreich importiert. Man „gewinnt“ sie von Gänsen, die später geschlachtet werden. Bis dahin haben die armen Tiere aber furchtbar zu leiden. Sobald sie acht Wochen alt sind, sperrt man sie in kleine Käfige, aus denen man sie nur heraus zerrt, um sie bei lebendigem Leib und vollem Bewusstsein zu rupfen. Immer wieder, alle 5 Wochen. Man bindet sie an den Füßen fest, zerrt ihre Hälse lang und reißt den zappelnden und sich windenden Tieren die Federn aus. Dabei erleiden sie schreckliche Schmerzen und sie schreien in Todesangst. Oft entstehen dabei Verletzungen. Beim maschinellen Rupfen werden oft ganze Fleischstücke mit heraus gerissen. Laut „Peta“ kann ein geübter Rupfer täglich 100 Gänse rupfen. Dass er dabei nicht vorsichtig zu Werke gehen kann, liegt auf der Hand. Die grausame Tortur endet mit dem finalen Rupfen, das von einer Maschine erledigt wird. Von da geht es direkt ins Schlachthaus.

Die Federn der Gänse werden für Daunenjacken, Kissen und Decken benutzt. Dabei sind Daunen gar nicht so gut wie synthetische Füllstoffe, die zum Beispiel auch bei Feuchtigkeit ihre Wärmewirkung behalten.
Nachdem ich das alles gelesen hatte, war für mich klar, dass ich keine Daunenjacke mehr haben will. Ich habe mich stattdessen für eine synthetische Variante entschieden und habe noch keinen Tag darin gefroren!

 

Über Elke Liermann 11 Artikel
Ich bin Volkskundlerin und Fachredakteurin mit einer ausgeprägten Liebe zu gutem Essen. Das bedeutet für mich: ohne Tierleid, ohne Gentechnik und ohne Ausbeutung. Außerdem ist mir wichtig, möglichst nachhaltig zu leben und Verantwortung für unsere Welt zu übernehmen - auch im Kleinen.