Umweltbewusst einkaufen: 5 einfache Tipps

 

Nachhaltigkeit ist Trend. Die meisten möchten im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein wenig Verantwortung übernehmen für die Welt, in der wir leben. Die, die es sich leisten können, setzen auf Öko und Bio. Ökologisch saubere Produkte sind zu Statussymbolen avanciert: Man zeigt gern, dass man es sich leisten kann, ein wenig mehr für „Bio“ auszugeben.

Aber auch für den Durchschnittsbürger mit schmalem Gehalt ist Nachhaltigkeit möglich, wenn man ein paar einfache Dinge beherzigt. Trotzdem meinen viele, ihr kleiner Beitrag würde nichts nützen und so beschränkt man sich darauf, den Müll zu trennen und geht weiter Fastfood essen, ohne darüber nachzudenken, was man damit eigentlich unterstützt. Was kann man also in seinem Alltag tun, um Natur und Artenvielfalt zu erhalten?
5 einfache Tipps um im Alltag Umweltbewusst einzukaufen.

1. Bio ist nicht gleich Bio

Es gibt Bio-Produkte, die werden um die halbe Welt geflogen, bevor sie bei uns im Supermarkt oder im Discounter landen. Äpfel aus Neuseeland, Kartoffeln aus Ägypten … Das ist alles andere als umweltfreundlich. Achten Sie also beim Einkauf nicht nur auf Bio, sondern möglichst auch darauf, dass Obst und Gemüse aus heimischem Anbau stammen. So sind die Wege vom Bauern zum Supermarkt kurz und der Schadstoffausstoß möglichst gering. Wer kann, sollte seine Lebensmittel auf dem Wochenmarkt kaufen. So vermeiden Sie zusätzlich Verpackungsmüll, denn leider sind oft selbst Bio-Produkte unnötig in Plastikfolien verpackt. Achten Sie auch darauf, möglichst saisonal einzukaufen. Alles, was hier in der jeweiligen Saison nicht wächst, hat weite Wege hinter sich oder wird mit hohem Energieaufwand in Treibhäusern kultiviert.

2. Natur ist besser

Wer nicht nur der Umwelt, sondern auch sich selbst einen Gefallen tun will, verzichtet beim Einkauf auf industriell hergestellte Lebensmittel. Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Aromen sind erstens sehr ungesund und zweitens schlecht für die Umwelt, denn sie müssen aufwendig industriell hergestellt werden. „Zurück zur Natur“ sollte das Motto beim Einkauf also lauten. Kaufen Sie möglichst naturbelassene Lebensmittel!

3. „Saubere“ Kleidung kaufen

Zugegeben, das ist der schwierigste Punkt auf der Liste. Die meisten Pullover, Hemden und Hosen werden irgendwo in Indien von Frauen und Kindern für einen Hungerlohn genäht, um sie dann hier günstig verkaufen zu können. Zudem wird die Baumwolle, aus denen die Kleidung hergestellt wird, mit Pestiziden besprüht, denen die Arbeiter auf den Feldern schutzlos ausgeliefert sind. Vom Raubbau an der Umwelt will ich jetzt erst gar nicht reden. Dazu kommen das gesundheitsschädliche Färben der Stoffe und viele andere schlechte Dinge, über die man einen eigenen Beitrag schreiben könnte. Wer das vermeiden will, sollte beim Einkauf auf verschiedene Umweltsiegel achten, die auf den Etiketten prangen. Bei sehr günstigen Kleidern kann man sicher sein, dass man sich selbst und der Umwelt keinen Gefallen damit tut. Wer nur ein schmales Budget zur Verfügung hat, kauft besser einmal ein hochwertiges Shirt, statt zehn billige. Verlässlich sind zum Beispiel die Siegel der „Fair Wear Foundation“ und das internationale Siegel „Global Organic Textile Standard (GOTS)“. Auch das Siegel „Textiles Vertrauen“ bietet ein Mindestmaß an Schadstoffschutz.

4. Holz ist Leben

Eine Weile lagen Tropenhölzer voll im Trend. Gartenmöbel aus Teak zierten einen Großteil der deutschen Terrassen und sogar Billigketten für Teak-Möbel schossen aus dem Boden. Dass der Kauf von Tropenhölzern unverantwortlich ist, hat sich wohl mittlerweile herumgesprochen. Trotzdem finden sie sich immer noch in den Gartencentern. Tun Sie’s nicht. Verzichten Sie auf Teakmöbel! Kaufen Sie stattdessen lieber Möbel aus heimischen Hölzern, die aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammen.

5. Legen Sie einen Veggie-Tag ein

Versuchen Sie doch mal, einen Tag in der Woche vegetarisch oder vegan zu kochen. Oder, wenn Sie das nicht können oder wollen, genießen Sie wenig Bio-Fleisch ganz bewusst. Warum? Tatsache ist, dass die Tierproduktion für den Ernährungsbereich einen riesigen Teil zum Treibhauseffekt beiträgt. Allein der Fleisch- und Wurstkonsum der Deutschen sorgt laut Expertenaussagen für 20 Prozent der klimaschädlichen Emissionen. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Über ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird an Tiere verfüttert, die schließlich auf unseren Tellern landen oder für uns Milch und Eier produzieren sollen. Das hat aber zur Folge, dass weniger Anbaufläche zur Verfügung steht, die für Getreideanbau für den Menschen genutzt werden kann. So hungern die Menschen in den Anbauländern, weil das Getreide, das sie produzieren, an Schlachtvieh verfüttert wird, statt zu Brot verarbeitet zu werden. Hoher Fleischkonsum trägt somit erheblich zum Welternährungsproblem bei. Wer auf Fleisch absolut nicht verzichten kann, sollte zumindest auf Bio-Fleisch aus der Heimat umsteigen, statt im Discounter Billig-Fleisch zu kaufen.

Weitere nützliche Infos und Tipps gibt es auch unter
www.nachhaltig-einkaufen.de und
www.utopia.de.

Über Elke Liermann 11 Artikel
Ich bin Volkskundlerin und Fachredakteurin mit einer ausgeprägten Liebe zu gutem Essen. Das bedeutet für mich: ohne Tierleid, ohne Gentechnik und ohne Ausbeutung. Außerdem ist mir wichtig, möglichst nachhaltig zu leben und Verantwortung für unsere Welt zu übernehmen - auch im Kleinen.