Veganer Strom – grüner als Ökostrom?

Etablierte Energiequellen wie z.B. fossile Brennstoffe werden von weiten Teilen der Bevölkerung immer kritischer betrachtet – mehr und mehr wächst hier ein Bewusstsein für ein nachhaltiges Wirtschaften, welches weder für Mensch noch für Natur schädlich ist. Da die heutige Gesellschaft einen großen Bedarf an Energie in Form von Strom oder Gas in jedem Bereich des Lebens aufweist, kommen hier natürlich besondere Problemstellungen auf den Energiesektor zu. Zum einen muss der entsprechende Bedarf gedeckt werden, zum anderen muss ein Umdenken geschehen, um potentielle Umweltschäden oder Klimakatastrophen sowie Tiersterben im großen Stile in jedem Fall zu vermeiden. Tierrechtler, Wissenschaftler als auch ganz normale Bürger setzen sich in diesem Zusammenhang immer mehr Windkraft, Wasserkraft und Ökostrom im Allgemeinen ein. Dies ist schon einmal als kleiner Fortschritt zu betrachten jedoch führt selbst diese Herangehensweise in puncto Energiegewinnung keineswegs zu einem zufriedenstellenden Ziel. Vogelschlag, Fischsterben sowie Klimaveränderungen nehmen weiter zu, trotz Ökostrom. Daher gilt es, in alternative Energiegewinnungsprozesse zu investieren sowie nachhaltigere Mittel und Wege zu unterstützen, die Energie nicht auf Kosten der Umwelt freisetzen lassen. Die Thematik veganer Strom haben wir unser daher einmal genauer betrachtet und möchten dem Leser interessante Möglichkeiten und bereits jetzt umgesetzte Formen veganer Energiegewinnung mit auf den Weg geben.

Vom Kilowatt zum vegawatt – was ist überhaupt veganer Strom und worin liegt der Unterschied zum Ökostrom?

Auch angeblich ökologisch nachhaltig erzeugter Strom ist nicht immer im Sinne von Natur und Tier. Vor allem in der vielerorts berühmten Erzeugung von Biogas wird die Umwelt mehr belastet, als die meisten Verbraucher denken würden. So entstammt die Energie aus der Biogas-Erzeugung aus extra für diesen Zweck angebauten Pflanzen, für dessen Anbauflächen wiederum großflächig Wald oder natürliche Vegetationsflächen gerodet werden müssen. Des Weiteren wird hier auch Gülle aus Massentierhaltungsanlagen genutzt – so haftest am Strom aus Biogas-Anlagen in jedem Fall zumindest anteilig eine kleine Umweltsünde und ist daher ebenfalls als nicht nachhaltig anzusehen. Veganer Strom ist hier noch einen Schritt nachhaltiger und vor allem umwelt- und tierschonender. Auch die vermeintlich als ökologisch sinnvoll eingeschätzte Windkraft oder Wasserkraft stellen sich bei genauerer Betrachtung als äußerst tiergefährdend dar. So sterben Jahr für Jahr unzählige Tiere, vom Aussterben bedrohte Vogelarten bei der Kollision mit etwaigen Windkraftanlagen oder geschieht insgesamt ein großes Fischsterben innerhalb der von Menschenhand angelegten Stauseen, deren natürliches, ökologisches Gleichgewicht durch die Eindämmung völlig aus den Fugen gerät. Veganer Strom ist nur jene erzeugte Energie, die bei ihrer Erzeugung weder Umwelt noch Tier in irgendeiner Weise einen Schaden zugefügt hat. Darin liegt der Hauptunterschied zum vermeintlich nachhaltigen Ökostrom aus Windkraft oder Wasserkraft. Der Ökostrom und seine Gefahren wurden bereits in diesem Abschnitt schon einmal aufgegriffen, hier soll es innerhalb des folgenden Abschnitts jedoch noch einmal tiefer in die Thematik gehen.

Welche Gefahren selbst Ökostrom unterm Strich birgt – nachhaltig ist was Anderes!

Ein besonderes Gefahrenpotential für heimische Brutvögel bergen vor allem Windkraftanlagen, die für viele Vögel in Flug zum Verhängnis werden und diese aufgrund von Vogelschlag durch die Flügel von Windrädern verenden. Insgesamt sterben statisch gesehen mehr als 1 Mio. Vogelbrutpaare pro Jahr durch Windräder – darunter vor allem der Haussperling, das Wintergoldhähnchen sowie der Buchfink, die Feldlerche, der Feldsperling und die Goldammer. Jene Vogelarten sind die absoluten Leidtragenden von Ökostrom und Windkraft im Speziellen. Verluste gibt es aber auch noch in weiteren Bereichen, für die der Ökostrom und dessen Konzept als klarer Auslöser identifiziert werden können. So kommt es innerhalb von Stauseen und anderweitig eingegrenzten und für die Erzeugung von Energie durch Wasserkraft genutzt Gewässern zu einem Fischsterben im großen Ausmaße. Auch hier geht das Konzept von der vermeintlich nachhaltigen und umweltschonenden Stromerzeugung schlichtweg nicht auf. Vom Fischsterben spricht man dann, wenn ein massenhafter Sterbeprozess von etwaigen Fischpopulationen in Gewässern auftritt. Das kann sowohl einzelnen Arten als auch artenübergreifend stattfinden. Die Gründe dafür können vielseitig sein: zum einen werden Fischkrankheiten genannt, zum anderen sind aber immer häufiger Sauerstoffmangel oder eine entsprechende Intoxikation die Ursache für das Sterben ganzer Fischpopulation in künstlichen, stehenden Gewässern. Als jene künstlich angelegten, stehenden Gewässer sind z.B. Stauseen zu verstehen. Hier werden den darin lebenden Fischschwärmen entweder die umfangreichen Turbinenanlagen zum Verhängnis oder diese verenden auf Grund des Sauerstoffmangels, weil der jeweilige Stausee umkippt. Weitere Opfer der vermeintlich ökologisch nachhaltigen Stromerzeugung sind aber vor allem auch Insekten, die durch den Einsatz von gefährlichen Pflanzenschutzmittel und anderen, etwaigen Agrargiften innerhalb der vergangenen Jahrzehnte einen merklichen Rückgang zu verzeichnen hatten. Unter ihnen z.B. die gemeine Honigbiene, deren Aussterben bei fortwährendem Anbau von Nutzpflanzen zur Energieerzeugung im großen Stil schlussendlich zu gewaltigen, ökologischen Folgeproblemen führen wird. So ist die Erzeugung von Biogas ebenfalls nicht gleich als wirklicher Biostrom zu verstehen. Was Biostrom im Rahmen der Thematik veganer Strom nun wirklich ausmacht, dazu im folgenden Abschnitt mehr.

Wirklicher, veganer Strom mithilfe der Erzeugung von Biostrom und wie dies jetzt bereits umgesetzt wird

Eine Umsetzungsmöglichkeit für die Erzeugung von veganem Strom bietet z.B. die Herstellung von biologische erzeugtem Gas durch die Verwendung von Zuckerrübenschnitzeln. Hierbei handelt es sich um entsprechende Abfälle aus der Zuckerrübenproduktion, die entweder zur Herstellung von Haushaltszucker, Zuckerrübensirup oder anderweitigen Produkten eingesetzt werden. Bei der Verarbeitung der Zuckerrübenpflanzen zu den jeweiligen Endprodukten gibt es immer Abfälle, die bei der Produktion entstehen und die bislang nicht weiter dem Wirtschaftskreislauf zugeführt werden können. Wohl aber können diese, zerschnitten in so genannte „Schnitzel“ und bereits vom Zuckerwasser ausgekocht, zur Produktion von nachhaltigem Biogas, welches wiederum zur späteren Produktion von Biostrom eingesetzt werden kann, verwendet werden. Das geht vor allem deswegen so gut, weil die Zuckerrübe über einen sehr hochkalorischen Brennwert verfügt und zudem auch sehr widerstandsfähig gegenüber Witterungsbedingungen ist und bei dessen Anpflanzung in der Regel auch wenig bis gar keine Dünger oder Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Biogas, welches aus Zuckerrübenschnitzeln zur Stromerzeugung gewonnen wird, ist also eine durchaus wichtige Quelle hinsichtlich der Thematik veganer Strom. Eine weitere Möglichkeit stellt diesbezüglich Strom, gewonnen aus Geothermie dar. Bei dieser wird Wasser in wärmere Schichten der Erde gepumpt, wo dieses auf natürlichem Wege durch die dort vorhandene Erdwärme erhitzt wird und der damit erzeugte Wasserdampf schlussendlich in das Erzeugnis verganer Strom umgesetzt werden kann. Denn durch den zu Tage geförderten und durch die Erdwärme erhitzten Wasserdampf, können an der Oberfläche entsprechende Turbinen angetrieben werden – damit kann rund um die Uhr veganer Strom erzeugt werden und das völlig umwelt- und tierschonend, da es hier weder zu gefährlichen Emissionen noch zu Schädigungen von etwaigen Tierpopulationen kommt.

Vor- und Nachteile veganer Stromerzeugung gegenüber althergebrachter Methoden

Große Vorteile bei der Erzeugung von veganem Strom sind sicherlich die Schonung von Tier und Umwelt durch nachhaltige und nicht Ökosystem-gefährdende Maßnahmen, die für dessen Erzeugung zu Rate gezogen werden. Veganer Strom und dessen vermehrter Verbrauch kann also dafür sorgen, dass Vogelschlag und Fischverluste sowie Insektensterben in Zukunft weit weniger auftreten. Des Weiteren sorgt veganer Strom auch dafür, dass – anders als beim Ökostrom – Massentierhaltung und Mono-Anbaukulturen weder unterstützt noch gefördert werden, da sich die Erzeugung von Strom aus veganen Quellen ausschließlich auf bereits bestehende Anbaumethoden zur Lebensmittelgewinnung stützt, bzw. natürlich verfügbare Energiequellen aus der Erde, bei denen keinerlei Umweltgefährdung stattfindet, nutzt. Veganer Strom ist also Strom, der erzeugt wird, ohne dabei einen entsprechenden Einfluss auf die natürlichen Lebensräume verschiedener Tierrassen zu nehmen. Weitere Vorteile sind die fairen und transparenten Vertragsbedienungen etwaiger Anbieter im Bereich veganer Strom. Die jeweiligen Anbieter investieren zudem in den weiteren Ausbau von Erzeugungsmöglichkeiten veganer Energiequellen. Nachteile dieser Form der Energieerzeugung gibt es praktisch kaum. So wirft einzig und allein die Herstellung von Biogas entsprechende Nachteile auf, die sich vor allem durch einen Entzug der Nutzpflanzen oder Anteile derer vom Lebensmittelmarkt bemerkbar machen. Des Weiteren kann der aktuelle Strombedarf aller Haushalte und der Industrie in Deutschland bisweilen nicht durch das Konzept veganer Strom bedient werden – hierzu ist die Erschließung weiterer, veganer Stromerzeugungsmethoden von Nöten. Jedoch lässt sich praktisch bereits jetzt ein merklicher Anteil durch vegane Biogas-Erzeugung, Geothermie und weitere, vegane Energieerzeugungsmethoden abdecken.

Fazit: ist die vegane Energieerzeugung als das Modell der Zukunft zu sehen?

Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass veganer Strom für weite Teile der Bevölkerung eine immer willkommenere Alternative zu Strom erzeugt aus fossilen Brennstoffen oder sogar zum nur vermeintlich grünen Ökostromerzeugungsmethoden darstellt. Denn die Vorteile unter den Parametern der veganen Stromgewinnung überwiegen zum einen in Form eines ganzheitlichen Umwelt- und Tierschutzes sowie letztlich auch kostenmäßiger Hinsicht. Vegane Stromanbieter locken in diesen Tagen mit Tarif-Angeboten, die mit vorteilhaften Wechselbonis oder Preisnachlässen gekoppelt sind und sich daher für den potentiellen Kunden gleich doppelt auszahlen. Dieser kann daher durch den Wechsel zu einem Anbieter für veganen Strom zum einen Umwelt und zum anderen seinen eigenen Geldbeutel schonen und damit die Bewegung der veganen Energieerzeugung nachhaltig fördern. Einfach per veganer Strom Vergleichsrechner den individuellen Stromtarif mit den besten Konditionen ausfindig machen und am besten noch heute zur wirklich grünen Energie wechseln.

Über Robert Zimmermann 33 Artikel
Ich bin Diplom-Geograph mit dem Schwerpunkt Stadtgeographie und Einzelhandelsentwicklung und neben geographischen Fragestellungen auch sehr an den Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und Verbraucherschutz interessiert. Hier geht es meinem Google+ Profil