Wie gesund ist Meersalz?

Meersalz

„GAR NICHT!“

So unkompliziert und prägnant könnte diese Frage beantwortet werden, und der Text wäre bereits hier mit seiner wichtigsten Aussage zu Ende gelesen. Aber keine Sorge: So einfach mache ich es mir nicht. Denn es ist durchaus ein Anliegen, Euch verständlich zu machen, wieso die Antwort so klar und deutlich ausfällt.

Meersalz

Gewiss sind auch Euch in den Medienberichten der vergangenen Jahre immer wieder Informationen über unsere heillos verseuchten, verschmutzten und verunreinigten Weltmeere untergekommen. Da ist von Erdöl die Rede, welches den Gasaustausch zwischen Wasser und Luft verhindert, die Kiemen der Fische und das Gefieder der Vögel verklebt. Über das Grundwasser gelangen stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel ins Meer. Diese erhöhen das Algenwachstum, reduzieren den Sauerstoffgehalt und verstärken das Bakterienwachstum. Auch ein Teil des Abwassers, bestehend aus Fäkalien, Chemikalien und Waschmitteln wird direkt oder indirekt in die Meere geleitet. Mit sich bringen diese akuten Sauerstoffmangel und gesundheitsgefährdende Krankheitserreger. Ein weiteres großes Problem stellen diverse Abfälle dar. So gelangen jedes Jahr zig Millionen Tonnen festen Mülls in unsere Meere. Die Süddeutsche Zeitung berichtete in einem im Mai 2011 erschienenen Artikel von bis zu 100.000 mit bloßem Auge sichtbaren Müllstücken auf einem Quadratkilometer Meeresboden. Alles Plastik in den Meeren zersetzt sich nicht völlig, sondern es zerreibt sich nur in mikroskopisch kleine Plastikpartikel. So bevölkert es vom Menschen ungesehen, aber dennoch existent nicht nur die Meere, sondern auch die Verdauungsorgane aller Meeresbewohner und die Kiemen der Fische (die wir Menschen dann genüsslich als „gesunden Fisch“ essen …). Diese Umstände machen die Tatsache, dass an britischen Stränden jedes zehnte Sandkörnchen ein Plastikteilchen ist, nicht weiter verwunderlich. Eine aktuelle Studie der East China Normal University im chinesischen Schanghai konnte nun zeigen, dass die Menge an Mikroplastikteilchen in untersuchten Meersalzen (550 bis 681 Teilchen/kg) signifikant höher ist als in Solesalzen (43 bis 364 Teilchen/kg) und Steinsalzen aus Bergwerken (7 bis 204 Teilchen/kg). Bedenklicherweise ist es in unserer Zeit scheinbar vollkommen „normal“, dass Unmengen an Baggergut einfach in die Meere gekippt werden. Dieses stellt für das Ökosystem Meer v. a. dann ein wirkliches Problem dar, wenn des mit Schwermetallen wie Blei, Chrom, Nickel oder Quecksilber verseucht ist. Die bei der Produktion eines weißen Farbstoffpigments als Abfallprodukt entstandene Dünnsäure besitzt als Inhaltsstoffe giftige Metalle wie Arsen, Blei, Kadmium und Chrom, die wiederum als Ursache für die Entstehung von Tumoren bei Fischen vermutet werden.
Selbst erbgutverändernde Insektenvernichtungsmittel und Weichmacher, aber auch radioaktive Stoffe wie Kobalt, Cäsium und Plutonium sind durch Kernwaffentestungen bereits über alle Weltmeere verstreut.

Nun, nachdem Ihr den obigen Absatz gelesen habt, fragt Euch doch bitte selber: Wollt Ihr das Salz, welches aus diesen verseuchten Meeren stammt tatsächlich in Eure Alltagsküche aufnehmen? Wollt Ihr damit Eure Speisen „veredeln“? Wollt Ihr das euren Kindern anbieten? Das soll gesund für Euch sein?

Wir müssen es uns leider eingestehen: Wir selbst haben unsere wunderschönen Weltmeere zu wahren Müllhalden verkommen lassen! Und wir haben damit noch immer nicht aufgehört. Aus diesem Grund ist es in jedem Fall besser, zu unbehandeltem Steinsalz zu greifen, welches aus unseren einstigen ausgetrockneten Urmeeren stammt und über Millionen von Jahren unter dicken Gesteinsschichten ruhen durfte. Dort war das Natursalz geschützt von sämtlichen negativen Einflüssen durch die Umwelt … unberührt von sämtlichen Verunreinigungen durch den Menschen.

Über Robert Zimmermann 31 Artikel
Ich bin Diplom-Geograph mit dem Schwerpunkt Stadtgeographie und Einzelhandelsentwicklung und neben geographischen Fragestellungen auch sehr an den Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und Verbraucherschutz interessiert. Hier geht es meinem Google+ Profil